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Glossar
Klare Definitionen der Begriffe, die in Consulting, M&A, Restrukturierung und KI zählen.
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15 Begriffe- Auslastung (Utilization)
- Der Anteil der Arbeitszeit, den Berater auf abrechenbare Mandantenprojekte verwenden. Sie ist eine der wichtigsten Kennzahlen für die Profitabilität einer Beratung.
- In der Beratung: Zeit für Angebote, Recherche oder interne Abstimmung senkt die Auslastung, obwohl sie für das Geschäft notwendig ist.
- Benchmarking
- Der systematische Vergleich eines Unternehmens mit Wettbewerbern oder Branchenbesten anhand von Kennzahlen, Prozessen oder Strategien.
- In der Beratung: Die Kostenstruktur eines Mandanten wird mit fünf direkten Wettbewerbern verglichen, um Einsparpotenziale sichtbar zu machen.
- Business Case
- Die Gegenüberstellung von Kosten, Nutzen und Risiken einer geplanten Maßnahme. Er zeigt, ob sich eine Investition lohnt und wann sie sich amortisiert.
- In der Beratung: Vor dem Markteintritt in ein neues Land wird ein Business Case mit Umsatzpotenzial, Investitionen und Zeitplan erstellt.
- Deliverable
- Das konkrete Arbeitsergebnis, das eine Beratung an den Mandanten übergibt, z. B. eine Präsentation, ein Gutachten, ein Modell oder ein Bericht.
- In der Beratung: Die Qualität des Deliverables entscheidet über Folgeaufträge. Es muss im Corporate Design der Beratung und sauber belegt sein.
- Engagement
- Ein Beratungsprojekt bzw. Mandat, von der Beauftragung bis zur Übergabe der Ergebnisse.
- In der Beratung: Ein typisches Strategie-Engagement dauert 6–12 Wochen und umfasst Analyse, Workshops und eine Abschlusspräsentation.
- Executive Summary
- Die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen am Anfang einer Präsentation oder eines Berichts. Sie richtet sich an Entscheider, die nicht alle Details lesen.
- In der Beratung: Oft die wichtigste Seite eines Deliverables. Viele Vorstände lesen nur diese.
- Festpreis vs. Tagessatz
- Beim Tagessatz wird nach Aufwand abgerechnet, beim Festpreis zahlt der Mandant einen vorab vereinbarten Betrag für ein definiertes Ergebnis. Mandanten fordern zunehmend Festpreise.
- In der Beratung: Bei Festpreisen trägt die Beratung das Aufwandsrisiko. Jede eingesparte Stunde erhöht direkt die Projektmarge.
- Hypothesengetriebenes Arbeiten
- Eine Arbeitsweise, bei der zu Projektbeginn mögliche Antworten (Hypothesen) formuliert und dann gezielt geprüft werden, statt erst alle Daten zu sammeln.
- In der Beratung: „Der Umsatzrückgang liegt am Preisdruck im Kernmarkt“ wird als Hypothese aufgestellt und mit Daten bestätigt oder widerlegt.
- Issue Tree
- Eine Baumstruktur, die eine komplexe Fragestellung in kleinere, prüfbare Teilfragen zerlegt.
- In der Beratung: „Wie steigern wir den Gewinn?“ wird aufgeteilt in Umsatz (Preis, Menge) und Kosten (fix, variabel). Jeder Ast wird einzeln analysiert.
- Kick-off
- Das Auftakttreffen eines Projekts, in dem Ziele, Vorgehen, Zeitplan, Rollen und Ansprechpartner mit dem Mandanten abgestimmt werden.
- In der Beratung: Ein guter Kick-off klärt früh die Erwartungen und verhindert spätere Diskussionen über den Projektumfang.
- MECE
- Steht für „mutually exclusive, collectively exhaustive“: Eine Gliederung soll sich nicht überschneiden und gleichzeitig vollständig sein.
- In der Beratung: Kundensegmente nach Region einzuteilen ist MECE. „Großkunden“ und „Kunden in Bayern“ nebeneinander ist es nicht, weil sie sich überschneiden.
- Proposal / RFP
- Das Proposal ist das Angebot einer Beratung für ein Projekt. Ein RFP (Request for Proposal) ist eine formelle Ausschreibung, mit der ein Unternehmen mehrere Beratungen zu Angeboten auffordert.
- In der Beratung: Angebote kosten viel unbezahlte Zeit. Wer schneller überzeugende Angebote schreibt, gewinnt mehr Mandate.
- Pyramid Principle
- Eine Methode, die auf Barbara Minto zurückgeht: Zuerst kommt die Kernaussage, darunter die stützenden Argumente, darunter die Belege.
- In der Beratung: Grundlage für Präsentationen und Executive Summaries. Jede Folie beginnt mit einer klaren Aussage als Titel.
- Steering Committee (Lenkungsausschuss)
- Das Entscheidungsgremium eines Projekts, meist aus Vorstand oder Geschäftsführung des Mandanten. Es trifft regelmäßig die wichtigsten Richtungsentscheidungen.
- In der Beratung: Die Präsentationen für das Steering Committee müssen besonders präzise und belegbar sein. Hier fallen die Entscheidungen.
- Workstream
- Ein inhaltlich abgegrenzter Teil eines größeren Projekts mit eigenem Team und eigenen Zielen.
- In der Beratung: Ein Transformationsprojekt kann z. B. die Workstreams Strategie, Organisation und Kostensenkung haben, die parallel laufen.
M&A & Due Diligence
15 Begriffe- Buy-and-Build
- Eine Strategie, bei der ein Investor ein Unternehmen als Plattform kauft und anschließend gezielt kleinere Unternehmen derselben Branche zukauft (Add-ons), um Größe und Marktanteil aufzubauen.
- In der Beratung: Für einen PE-Fonds wird eine Longlist möglicher Add-on-Kandidaten erstellt und nach Größe, Region und strategischem Fit bewertet.
- Carve-out
- Die Abspaltung eines Geschäftsbereichs aus einem Konzern, um ihn zu verkaufen oder eigenständig weiterzuführen. Oft werden dafür Übergangsvereinbarungen für IT, Personal oder Einkauf getroffen.
- In der Beratung: Berater klären, welche Funktionen der abgespaltene Bereich künftig selbst braucht und was das kostet.
- Commercial Due Diligence (CDD)
- Die Prüfung des Markts und der Wettbewerbsposition eines Zielunternehmens: Marktgröße und Wachstum, Wettbewerber, Kunden, Geschäftsplan. Sie beantwortet die Frage, ob die geplanten Umsätze realistisch sind.
- In der Beratung: Typisches Mandat von Strategieberatungen für PE-Fonds, meist unter großem Zeitdruck in wenigen Wochen.
- Datenraum (Virtual Data Room)
- Eine geschützte Online-Plattform, auf der der Verkäufer alle relevanten Unterlagen bereitstellt: Verträge, Finanzzahlen, Personal- und Rechtsdokumente. Zugriffe werden protokolliert.
- In der Beratung: Hunderte Dokumente müssen in kurzer Zeit gesichtet werden. Jede Erkenntnis sollte auf die konkrete Fundstelle im Datenraum verweisen.
- Equity Story
- Die Wachstums- und Wertgeschichte, mit der ein Unternehmen Käufern oder Investoren präsentiert wird: Warum ist es attraktiv, und wie soll der Wert künftig steigen?
- In der Beratung: Bei einem Verkauf hilft die Beratung, die Equity Story mit Markt- und Wettbewerbsdaten zu untermauern.
- Financial Due Diligence (FDD)
- Die Prüfung der finanziellen Lage eines Zielunternehmens: Qualität der Ergebnisse, Liquidität, Working Capital, Verschuldung. Sie wird meist von Wirtschaftsprüfern oder spezialisierten Transaktionsberatern durchgeführt.
- In der Beratung: Die CDD liefert die Marktsicht, die FDD die Zahlensicht. Beide müssen zusammenpassen.
- Information Memorandum (IM)
- Ein ausführliches Verkaufsdokument über das Zielunternehmen, das Interessenten nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung erhalten. Davor gibt es meist nur einen anonymen Kurzüberblick (Teaser).
- In der Beratung: Das IM ist oft der erste Ausgangspunkt für die Analyse eines Kaufkandidaten.
- Letter of Intent (LOI)
- Eine Absichtserklärung, in der Käufer und Verkäufer die wichtigsten Eckpunkte einer geplanten Transaktion festhalten, etwa Preisrahmen, Struktur und Zeitplan. In der Regel ist sie rechtlich nicht bindend, mit Ausnahme einzelner Punkte wie Vertraulichkeit oder Exklusivität.
- In der Beratung: Nach dem LOI beginnt meist die vertiefte Due Diligence.
- Longlist / Shortlist
- Die Longlist ist eine breite Liste möglicher Zielunternehmen oder Käufer, die Shortlist die nach festen Kriterien eingegrenzte Auswahl der attraktivsten Kandidaten.
- In der Beratung: Aus einer Longlist von 200 Unternehmen werden anhand von Umsatz, Region und Geschäftsmodell 15 Kandidaten für die Ansprache.
- Non-Disclosure Agreement (NDA)
- Eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die Interessenten unterschreiben, bevor sie vertrauliche Informationen über ein Unternehmen erhalten.
- In der Beratung: Auch Beratungen und ihre Tools unterliegen dem NDA. Mandantendaten dürfen deshalb nur in sicheren Umgebungen verarbeitet werden.
- Q&A-Prozess
- Der strukturierte Fragen-und-Antworten-Austausch zwischen Käufer und Verkäufer während der Due Diligence, meist über den Datenraum organisiert.
- In der Beratung: Gute Fragen sparen Zeit. Lücken in den Unterlagen früh zu erkennen, beschleunigt den gesamten Prozess.
- Red-Flag-Review
- Eine verkürzte Due Diligence, die sich nur auf mögliche „Deal-Breaker“ konzentriert, also auf Risiken, die eine Transaktion verhindern oder den Preis deutlich senken könnten.
- In der Beratung: Oft der erste Schritt in wenigen Tagen, bevor ein Investor in eine vollständige Due Diligence investiert.
- Synergien
- Die zusätzlichen Vorteile, die durch den Zusammenschluss zweier Unternehmen entstehen sollen, etwa geringere Kosten durch gemeinsamen Einkauf oder höhere Umsätze durch Cross-Selling.
- In der Beratung: Synergien werden vor der Transaktion geschätzt und nach dem Kauf in der Integration umgesetzt und nachverfolgt.
- Vendor Due Diligence (VDD)
- Eine Due Diligence, die der Verkäufer selbst beauftragt und potenziellen Käufern zur Verfügung stellt. Sie beschleunigt den Verkaufsprozess und reduziert Überraschungen.
- In der Beratung: Für Beratungen ein wachsendes Geschäftsfeld, weil Verkäufer die Equity Story mit einer unabhängigen Marktanalyse absichern wollen.
Restrukturierung & Sanierung
15 Begriffe- Covenants
- Vereinbarte Finanzkennzahlen in Kreditverträgen, z. B. eine maximale Verschuldung im Verhältnis zum Ergebnis. Werden sie verletzt, kann die Bank Kredite kündigen oder neu verhandeln.
- In der Beratung: Ein drohender Covenant-Bruch ist oft der Auslöser dafür, dass Banken ein Sanierungsgutachten verlangen.
- Eigenverwaltung
- Ein Insolvenzverfahren, in dem die Geschäftsführung im Amt bleibt und das Unternehmen unter Aufsicht eines Sachwalters selbst saniert, statt einen Insolvenzverwalter einzusetzen.
- In der Beratung: Restrukturierungsberater unterstützen die Geschäftsführung bei Planung, Maßnahmen und Kommunikation mit Gläubigern.
- Fortführungsprognose
- Die Einschätzung, ob ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit im Prognosezeitraum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fortsetzen kann, vor allem, ob es zahlungsfähig bleibt.
- In der Beratung: Eine positive Fortführungsprognose kann bei bilanzieller Überschuldung entscheidend sein, ob ein Insolvenzantrag gestellt werden muss.
- IDW S6
- Der Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) mit den Anforderungen an Sanierungskonzepte. Er gilt in Deutschland als Maßstab, wenn Banken und Investoren über weitere Finanzierung entscheiden.
- In der Beratung: Ein Gutachten nach IDW S6 analysiert Krisenursachen, Krisenstadium, Leitbild, Maßnahmen und eine integrierte Planung.
- Insolvenzantragspflicht
- Die gesetzliche Pflicht der Geschäftsführung, bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung rechtzeitig Insolvenz zu beantragen: spätestens nach drei Wochen bei Zahlungsunfähigkeit, nach sechs Wochen bei Überschuldung. Bei Verstößen droht persönliche Haftung.
- In der Beratung: Die laufende Prüfung der Antragspflicht ist in jeder Restrukturierung Pflicht. Sie bestimmt das Zeitfenster für alle Maßnahmen.
- Krisenstadien
- Die typischen Phasen einer Unternehmenskrise nach IDW S6: Stakeholderkrise, Strategiekrise, Produkt- und Absatzkrise, Erfolgskrise, Liquiditätskrise und Insolvenzreife.
- In der Beratung: Je früher die Krise erkannt wird, desto mehr Handlungsoptionen gibt es. Das Sanierungskonzept muss bei allen bereits durchlaufenen Stadien ansetzen.
- Leitbild des sanierten Unternehmens
- Das Zielbild, wie das Unternehmen nach erfolgreicher Sanierung aussehen soll: Geschäftsmodell, Markt, Organisation und Wettbewerbsvorteile.
- In der Beratung: Das Leitbild ist Kernbestandteil eines IDW-S6-Gutachtens. Alle Maßnahmen müssen darauf einzahlen.
- Liquiditätsplanung
- Die Planung aller Ein- und Auszahlungen für die nächsten Wochen und Monate. In Krisen wird sie oft als rollierende 13-Wochen-Planung geführt.
- In der Beratung: Die kurzfristige Liquiditätsplanung zeigt, ob und wann das Geld ausgeht, und ist die Grundlage jeder Sofortmaßnahme.
- Sanierungsfähigkeit
- Ein Unternehmen gilt als sanierungsfähig, wenn es fortführungsfähig ist und durch die geplanten Maßnahmen wieder nachhaltig wettbewerbs- und renditefähig werden kann.
- In der Beratung: Die Bestätigung der Sanierungsfähigkeit ist das zentrale Ergebnis eines Sanierungsgutachtens.
- Sanierungsgutachten
- Ein Gutachten, das die Krise analysiert, ein Sanierungskonzept entwickelt und die Sanierungsfähigkeit beurteilt. In Deutschland meist nach IDW S6 erstellt.
- In der Beratung: Sanierungsgutachten entstehen unter hohem Zeitdruck und müssen jede Annahme belegen, weil Banken und Investoren darauf ihre Finanzierungsentscheidung stützen.
- Schutzschirmverfahren
- Ein besonderes Verfahren in Eigenverwaltung, in dem das Unternehmen bis zu drei Monate Zeit bekommt, einen Insolvenzplan auszuarbeiten. Voraussetzung: Es ist noch nicht zahlungsunfähig, und die Sanierung ist nicht offensichtlich aussichtslos.
- In der Beratung: Für das Verfahren ist eine Bescheinigung eines erfahrenen Experten nötig, die genau diese Voraussetzungen bestätigt.
- StaRUG
- Das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz, seit 2021 in Kraft. Es ermöglicht eine Sanierung außerhalb der Insolvenz, wenn Zahlungsunfähigkeit droht, auch gegen den Widerstand einzelner Gläubiger per Mehrheitsentscheidung.
- In der Beratung: Der StaRUG-Restrukturierungsplan ist eine Alternative zur Insolvenz und erfordert eine sorgfältige Gläubigeranalyse und Planung.
- Turnaround
- Die erfolgreiche Wende eines Unternehmens aus der Krise zurück zu nachhaltiger Profitabilität.
- In der Beratung: Ein Turnaround-Programm umfasst meist Kostensenkung, Portfoliobereinigung und Stärkung des Kerngeschäfts.
- Überschuldung
- Ein Insolvenzgrund: Das Vermögen deckt die Verbindlichkeiten nicht mehr, und die Fortführung ist in den nächsten zwölf Monaten nicht überwiegend wahrscheinlich.
- In der Beratung: Eine bilanzielle Überschuldung allein führt noch nicht zur Antragspflicht, wenn eine positive Fortführungsprognose vorliegt.
- Zahlungsunfähigkeit
- Der häufigste Insolvenzgrund: Das Unternehmen kann seine fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Abzugrenzen davon ist eine nur kurzfristige Zahlungsstockung.
- In der Beratung: Die Liquiditätsplanung zeigt, ob eine Lücke kurzfristig geschlossen werden kann oder bereits Zahlungsunfähigkeit vorliegt.
KI & LLM für Berater
15 Begriffe- Agent
- Ein KI-System, das eine Aufgabe in mehreren Schritten selbstständig erledigt: Es plant, sucht Informationen, wertet sie aus und erstellt ein Ergebnis.
- In der Beratung: Ein Agent recherchiert die zehn größten Wettbewerber eines Mandanten und fasst deren Positionierung in einer Tabelle zusammen.
- AI Act (EU-KI-Verordnung)
- Die europäische Verordnung, die den Einsatz von KI nach Risiko regelt. Für die meisten Beratungen sind vor allem die Transparenzpflichten nach Artikel 50 relevant, die nach aktuellem Zeitplan ab August 2026 greifen.
- In der Beratung: Wer KI-generierte Inhalte veröffentlicht oder Mandanten mit einem KI-Chat interagieren lässt, muss das unter Umständen kennzeichnen.
- Datenresidenz / EU-Hosting
- Gibt an, in welchem Land oder welcher Region Daten gespeichert und verarbeitet werden. Wichtig ist, ob das für die gespeicherten Daten gilt und für die Verarbeitung durch das KI-Modell.
- In der Beratung: Bei M&A- oder Restrukturierungsmandaten verlangen Mandanten oft, dass ihre Daten die EU nicht verlassen.
- Embedding
- Eine Zahlenrepräsentation von Text, mit der eine KI die Bedeutung von Inhalten vergleichen kann. Embeddings ermöglichen es, in großen Dokumentmengen nach Inhalt statt nur nach Stichworten zu suchen.
- In der Beratung: Die Suche nach „Kündigungsrisiken“ findet auch Vertragsklauseln, in denen das Wort gar nicht vorkommt.
- Halluzination
- Eine Antwort, die plausibel klingt, aber erfunden oder falsch ist, etwa eine nicht existierende Studie oder eine falsche Zahl.
- In der Beratung: Eine erfundene Marktgröße in einer Präsentation für den Lenkungsausschuss ist ein Haftungsrisiko. Deshalb braucht jede Aussage eine Quelle.
- Human-in-the-Loop
- Ein Arbeitsprinzip, bei dem Menschen KI-Ergebnisse an festgelegten Stellen prüfen und freigeben, bevor es weitergeht.
- In der Beratung: Der Projektleiter gibt die Hypothesen frei, bevor die KI die Analyse startet, und prüft das Ergebnis vor dem Versand an den Mandanten.
- Kontextfenster
- Die Menge an Text, die ein KI-Modell auf einmal berücksichtigen kann, also Fragen, Dokumente und bisheriger Gesprächsverlauf zusammen.
- In der Beratung: Ein großer Datenraum passt meist nicht komplett in das Kontextfenster und muss deshalb gezielt durchsucht werden (siehe RAG).
- Large Language Model (LLM)
- Ein KI-Modell, das mit großen Textmengen trainiert wurde und Sprache verstehen und erzeugen kann. Bekannte Beispiele sind GPT, Claude und Gemini.
- In der Beratung: Das LLM ist der „Motor“. Entscheidend für gute Ergebnisse ist, wie es in die Arbeitsabläufe eingebunden wird.
- Modell-agnostisch
- Eine Software, die mit verschiedenen KI-Modellen arbeiten kann, statt an einen Anbieter gebunden zu sein.
- In der Beratung: Für Textentwürfe kann ein anderes Modell besser sein als für Zahlenanalysen. Man bleibt unabhängig von einem einzelnen Anbieter.
- Multi-Agenten-System
- Mehrere spezialisierte KI-Agenten, die sich eine Aufgabe teilen, z. B. einer für die Planung, einer für die Recherche, einer für die Analyse und einer für das Schreiben.
- In der Beratung: Ähnlich wie ein Projektteam: Jeder übernimmt seinen Teil, am Ende steht ein gemeinsames Deliverable.
- Prompt
- Die Anweisung oder Frage, die man einer KI gibt. Die Qualität des Ergebnisses hängt stark davon ab, wie präzise der Prompt formuliert ist.
- In der Beratung: Ohne Vorgaben formuliert jeder Berater seine Prompts anders, und die Ergebnisqualität schwankt entsprechend. Vorgefertigte Abläufe sorgen für einheitliche Qualität.
- RAG (Retrieval-Augmented Generation)
- Ein Verfahren, bei dem die KI vor der Antwort gezielt passende Stellen aus eigenen Dokumenten heraussucht und ihre Antwort darauf stützt.
- In der Beratung: Die KI beantwortet Fragen zu einem Datenraum auf Basis der tatsächlichen Dokumente, nicht aus ihrem allgemeinen Wissen.
- Source-Tracing (Quellenbelege)
- Jede Aussage der KI wird mit der Stelle verknüpft, aus der sie stammt, z. B. Dokument, Seite oder Webseite.
- In der Beratung: Wer im Lenkungsausschuss gefragt wird „Woher kommt diese Zahl?“, kann die Quelle mit einem Klick zeigen.
- Token
- Die kleinste Texteinheit, mit der ein KI-Modell rechnet, meist ein Wort oder ein Wortteil. Nach Tokens werden auch die Kosten der Nutzung berechnet.
- In der Beratung: Lange Dokumente und ausführliche Analysen verbrauchen mehr Tokens und kosten damit mehr.
- Zero Training (kein Training mit Kundendaten)
- Die Zusage eines Anbieters, eingegebene Daten nicht zum Training seiner KI-Modelle zu verwenden. Idealerweise ist das vertraglich geregelt, z. B. im Auftragsverarbeitungsvertrag.
- In der Beratung: Mandantendaten dürfen nicht in ein Modell einfließen, das auch andere Kunden nutzen. Das ist eine Grundvoraussetzung für den Einsatz bei sensiblen Mandaten.
Drall-Begriffe
12 Begriffe- Agenten-Team
- Vier spezialisierte KI-Agenten, die Berater durch ein Projekt begleiten: der Planner strukturiert die Fragestellung und den Arbeitsplan, der Researcher recherchiert, der Analyst wertet aus, der Writer erstellt Entwürfe.
- In der Praxis: Wie ein gut eingespieltes Projektteam. Der Berater steuert, die Agenten übernehmen die Grundlagenarbeit.
- Audit-Log
- Ein Protokoll der relevanten Aktionen in Drall, z. B. Zugriffe und Änderungen. Es macht nachvollziehbar, wer wann was getan hat.
- In der Praxis: Hilft bei internen Prüfungen und bei Sicherheitsfragen von Mandanten.
- Consulting Operating System
- Die Positionierung von Drall: kein einzelnes KI-Tool, sondern eine Arbeitsumgebung für das ganze Beratungsprojekt, vom Briefing bis zum fertigen Deliverable. Die Beratung führt das Projekt und behält die Kundenbeziehung, Drall übernimmt die Grundlagenarbeit.
- In der Praxis: Drall befähigt Beratungen, tritt aber nie selbst gegenüber deren Mandanten auf.
- Data Room
- Der Bereich in Drall, in dem Kundendokumente eines Projekts liegen. Drall verknüpft Aussagen automatisch mit den passenden Belegstellen in diesen Unterlagen.
- In der Praxis: In einer Due Diligence lässt sich jede Erkenntnis mit einem Klick auf die Fundstelle im Dokument zurückführen.
- EU-only-Routing
- Eine Option, bei der KI-Anfragen ausschließlich über Modelle laufen, die in der EU betrieben werden, z. B. über Microsoft Foundry in Deutschland.
- In der Praxis: Für Mandate, bei denen keinerlei Daten die EU verlassen dürfen. Aktuell als Enterprise-Option verfügbar.
- Isolate & Confidential
- Einstellungen pro Projekt, mit denen besonders sensible Mandate vom übrigen Firmenwissen abgeschirmt und der Zugriff eingeschränkt werden kann.
- In der Praxis: Ein M&A-Mandat bleibt vollständig getrennt von anderen Projekten der Beratung.
- Mandantentrennung
- Die strikte technische Trennung der Daten verschiedener Drall-Kunden. Bei jeder Datenbankabfrage wird geprüft, dass nur Daten der eigenen Beratung sichtbar sind.
- In der Praxis: Die Daten Ihrer Beratung sind für keine andere Beratung zugänglich.
- Playbook
- Ein erprobter Ablauf für einen bestimmten Projekttyp, z. B. Markteintritt, Wachstumsstrategie, Commercial Due Diligence, Kostensenkung, Go-to-Market, Operating Model oder Angebotserstellung. Das Playbook gibt die Schritte vor, die Agenten und Berater gemeinsam durchlaufen.
- In der Praxis: Statt dass jeder Berater eigene Prompts formuliert, arbeitet das ganze Team nach demselben bewährten Vorgehen, vom Praktikanten bis zum Partner.
- Quality Gate
- Ein festgelegter Prüfpunkt im Projekt, an dem ein Berater das Zwischenergebnis freigibt, umlenkt oder von der KI überarbeiten lässt, bevor es weitergeht.
- In der Praxis: Keine Aussage gelangt ungeprüft in ein Deliverable. Die Verantwortung bleibt beim Berater (siehe Human-in-the-Loop).
- Token-Pakete
- Kontingente für die KI-Nutzung, die zusätzlich zu Grundgebühr und Nutzer-Lizenzen gebucht werden. Der Verbrauch wird pro Projekt erfasst.
- In der Praxis: Partner sehen, was die KI-Nutzung in einem Projekt kostet, und können das der Projektmarge gegenüberstellen.
- Wissensbasis
- Das zentrale, private Firmenwissen in Drall, bestehend aus Projekten, Dokumenten und Erkenntnissen. Sie wächst mit jedem Projekt, Kundendaten bleiben dabei getrennt.
- In der Praxis: Das nächste Projekt startet nicht bei null. Methodenwissen bleibt in der Firma, auch wenn Mitarbeitende gehen.
- Work Trail
- Der nachvollziehbare Verlauf eines Projekts: welche Schritte Agenten und Berater gemacht haben und auf welcher Grundlage ein Ergebnis entstanden ist.
- In der Praxis: Wenn ein Mandant nachfragt, wie eine Empfehlung zustande kam, lässt sich der Weg dorthin zeigen.