So nutzen Sie die Checkliste: Gehen Sie die Phasen der Reihe nach durch und haken Sie jeden Punkt ab. Am Ende jeder Phase steht ein Prüfpunkt, an dem ein erfahrener Berater die Ergebnisse freigibt.
1. Vorbereitung und Kick-off
- Kernfragen des Auftraggebers klären: Was muss die CDD für die Investitionsentscheidung beantworten?
- Umfang und Tiefe festlegen: Red-Flag-Review oder vollständige CDD?
- Zeitplan mit Zwischenterminen (Red-Flag-Update, Entwurf, finaler Bericht) abstimmen
- Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) unterzeichnet
- Zugang zum Datenraum und zu den Ansprechpartnern beim Verkäufer geklärt
- Erste Hypothesen und Issue Tree aufgestellt
- Interviewprogramm geplant: Kunden, ehemalige Kunden, Wettbewerber, Branchenexperten
- Abstimmung mit den anderen Due-Diligence-Teams (Financial, Legal, Tax)
Prüfpunkt 1: Hypothesen und Arbeitsplan vom Projektleiter freigegeben
2. Datenraum sichten
- Informationsmemorandum und Management-Präsentation ausgewertet
- Business Plan inklusive aller Annahmen erfasst
- Umsatz nach Kunden, Produkten, Regionen und Kanälen analysiert
- Wichtige Kundenverträge geprüft: Laufzeiten, Kündigungsrechte, Change-of-Control-Klauseln
- Vorhandene Marktstudien und Kundenumfragen gesichtet
- Kennzahlen zu Vertrieb und Pipeline erfasst
- Lücken identifiziert und Fragen in den Q&A-Prozess gegeben
- Jede Erkenntnis mit Fundstelle im Datenraum dokumentiert
Prüfpunkt 2: Erste Auffälligkeiten an den Auftraggeber kommuniziert
3. Markt analysieren
- Relevanten Markt definiert und abgegrenzt (Produkte, Kunden, Regionen)
- Markt in sinnvolle Segmente gegliedert
- Marktgröße bestimmt und über mindestens zwei Wege abgesichert (top-down und bottom-up)
- Historisches Marktwachstum und Prognose ermittelt
- Wachstumstreiber und Risiken identifiziert (Konjunktur, Regulierung, Technologie, Substitute)
- Marktannahmen des Business Plans mit eigener Analyse verglichen
- Jede Zahl mit nachvollziehbarer Quelle belegt
Prüfpunkt 3: Marktmodell vom Projektleiter freigegeben
4. Wettbewerb analysieren
- Relevante Wettbewerber identifiziert (direkt, indirekt, neue Anbieter)
- Marktanteile und Entwicklung geschätzt
- Positionierung verglichen: Angebot, Preis, Qualität, Service, Vertrieb
- Wettbewerbsvorteile des Zielunternehmens geprüft: Sind sie belegbar und nachhaltig?
- Markteintrittsbarrieren und Bedrohung durch neue Anbieter bewertet
- Preisdruck und Preissetzungsmacht eingeschätzt
5. Kundensicht einholen
- Kundenkonzentration analysiert: Wie stark ist die Abhängigkeit von einzelnen Kunden?
- Kundenbindung und Abwanderung über mehrere Jahre ausgewertet
- Kundeninterviews durchgeführt, verteilt über Segmente, Größen und Regionen
- Gespräche mit ehemaligen Kunden und Nicht-Kunden geführt
- Kaufkriterien und Zufriedenheit erfasst
- Wahrgenommene Stärken und Schwächen gegenüber Wettbewerbern dokumentiert
- Interviewaussagen ausgewertet und nach Häufigkeit und Relevanz gewichtet
Prüfpunkt 4: Wettbewerbs- und Kundenbild vom Projektleiter freigegeben
6. Business Plan prüfen
- Brücke von historischen Zahlen zum Plan nachvollzogen
- Umsatztreiber zerlegt: Preis, Menge, Neukunden, neue Produkte, neue Märkte
- Planwachstum mit Marktwachstum und Wettbewerbsposition abgeglichen
- Pipeline und Auftragsbestand gegen Plan geprüft
- Margenannahmen auf Plausibilität geprüft
- Eigene Szenarien erstellt (vorsichtig, Basis, optimistisch)
- Sensitivitäten der wichtigsten Annahmen berechnet
- Ergebnisse mit der Financial Due Diligence abgestimmt
Prüfpunkt 5: Einschätzung zum Business Plan vom Partner freigegeben
7. Red Flags prüfen
- Hohe Abhängigkeit von wenigen Kunden, Lieferanten oder Schlüsselpersonen
- Wichtige Verträge laufen aus oder enthalten Change-of-Control-Klauseln
- Planwachstum deutlich über Markt- und Vergangenheitswachstum („Hockey Stick“)
- Sinkende Kundenbindung oder steigende Abwanderung
- Zunehmender Preisdruck oder neue, aggressive Wettbewerber
- Schrumpfender oder stark zyklischer Markt
- Regulatorische oder technologische Veränderungen, die das Geschäftsmodell gefährden
- Widersprüche zwischen Management-Aussagen, Datenraum und Interviews
8. Bericht und Übergabe
- Executive Summary beantwortet die Kernfragen des Auftraggebers
- Red Flags klar benannt und eingeordnet
- Jede Aussage und jede Zahl mit Quelle belegt
- Bericht im Corporate Design, Folientitel als klare Aussagen
- Abschließende Qualitätsprüfung durch einen nicht am Projekt beteiligten Berater
- Präsentation beim Auftraggeber vorbereitet
- Erkenntnisse ohne vertrauliche Mandantendaten für künftige Projekte gesichert
Prüfpunkt 6: Finaler Bericht vom Partner freigegeben
Beispiel-Zeitplan für eine CDD über vier Wochen
| Woche | Schwerpunkt | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Kick-off, Datenraum, Hypothesen, Interviews starten | Arbeitsplan, erste Auffälligkeiten |
| 2 | Markt- und Wettbewerbsanalyse, Interviews | Red-Flag-Update an den Auftraggeber |
| 3 | Kundensicht, Business-Plan-Review, Szenarien | Entwurf der Kernaussagen |
| 4 | Bericht, Qualitätsprüfung, Präsentation | Finaler CDD-Bericht |
Der Zeitplan ist ein Beispiel. Umfang und Dauer hängen vom Auftrag ab, ein Red-Flag-Review ist oft in wenigen Tagen erledigt.


